Langenberg-Marathon 2017 in Olsberg-Bruchhausen

Das letzte Rennen der Saison war wie ein Geschenk Gottes. Die ganze Woche über vor dem Rennen war es nass und kalt. Die Wetterprognosen waren so wechselhaft, wie die Stimmung einer….Zur Mitte der Woche jedoch sollte sich der Sonntag als einziger Tag herausstellen, an dem es lückenlos trocken und sonnig werden sollte. Aufgrund des 9. Adler MTB-Cups eine Woche zuvor, war das Trainingspensum in der Woche nicht allzu hoch. Die letzte Belastung hatte am Freitag stattgefunden, damit ich mir noch einen Ruhetag vor dem Wettkampftag gönnen konnte. Die Fahrt ins Rothaargebirge habe ich einigermaßen zeitig um 7:30 gestartet. Die Strecke war die gleich wie zum 3-Täler Marathon in Titmaringhausen, jedoch ca. 20 km kürzer.

Es war mal wieder nichts los auf den Autobahnen. Traumhaft entspanntes Fahren. Außer ein paar Nebelfelder auf der Autobahn zwischendurch, konnte man erkennen, dass die Sonne am heutigen Tage am längeren Hebel sitzen würde. 

Startschuss für die Kurzstrecke war für 11.00 Uhr geplant. Ich stand mit meinen Auto um 8.45 auf dem Parkplatz. Ich hatte also noch genügend Zeit um in Ruhe die Start-Nr. zu holen, das Nox Hardtail vom Gepäckträger zu holen und ein lockeres Warm-up zu fahren. Trotz eines blauen Himmels und einer fröhlich scheinenden Sonne war es an diesem Morgen noch recht frisch. Man konnte jedoch erahnen, dass die Temperaturen noch angenehmer werden würden. Die Sonne hatte noch genügend Kraft, so dass auch die letzten verbliebenen Nebelfelder nach und nach verschwanden.

 

Langenberg-Marathon Start-Nr. 619

Die Start-Nr.-Ausgabe war wieder im ortshiesigen Schützenhaus. Mir wurde die Start-Nr. 619 zugeteilt. Die gleiche Nr. wie beim 9. Adler MTB Cup eine Woche vorher. War das nun ein gutes oder schlechtes Omen? Den Adler Cup hatte ich für meine Voraussetzungen ganz ordentlich in den mittleren Rängen abgeschlossen. Zurück am Auto wurde die Start-Nr. mit drei Kabelbindern am Hardtail befestigt und selbiges vom Gepäckträger genommen.

Dann noch kurz ein Brötchen und Müsliriegel gegessen und dann ging es erstmal zu Erkundung von Start/Ziel sowie den ersten Teil der Strecke. Start/Ziel war im Ortskern von Bruchhausen auf der hiesigen Hauptstrasse. Bis dato war noch nicht besonders viel los. Alles war ordentlich abgezäunt, Bierwagen und sonstige Verpflegungszelte waren aufgestellt.

Außer einer kleinen Truppe Streckenposten, die gerade eingewiesen wurden, war der Start/Ziel-Bereich noch sehr verlassen. Die Mittel- und Langstreckenfahrer wurden um 10.15Uhr auf die Strecke gelassen. Ein Trupp von ca. 240 Fahrern. Die Kurzstreckenfahrer konnten sich ab 10.30Uhr in die Startaufstellung begeben. Nach dem Start der ersten Fahrer habe ich jedoch noch die verbleibende Zeit für ein kleines Warm-Up genutzt. Um 10.45Uhr stand ich in der Startaufstellung, ca. in der Mitte des Feldes.

Langenberg-Marathon

Als der Startschuss pünktlich um 11.00 Uhr ertönte, ging die wilde Fahrt los. Anders als die Einführungsrunde beim 3-Täler Marathon in Titmaringhausen, startete der Langenberg-Marathon flach und der erste kleine Anstieg von 100 Metern kam erst nach 2,5 k, welcher nicht sehr steil war. Danach ging es leicht bergab und wieder flach zurück zu Start/Ziel nach Olsberg-Bruchhausen. Dieses Profil hatte für mich den Vorteil, und wahrscheinlich weil ich körperlich in einer besseren Verfassung war als noch vor vier Wochen, dass ich am Hauptfeld dran blieb und sogar einzelne Plätze gut machen konnte. Ich merkte bereits auf der ersten kleinen Abfahrt, dass das heute meine Stärke sein sollte. Bergab lies ich rollen und bremste nur wenn es nötig war. Die ersten kleineren Anstiege konnte ich mit dem Hauptfeld gut mitfahren, ich merkte, dass meine Beine und sonstige körperliche Verfassung besser waren als noch in Titmaringhausen. Gefühlsmäßig sollte der Langenberg-Marathon das schönere Erlebnis für mich werden. Beflügelt von der guten Verfassung hatte ich sogar hier und da Zeit, mir die Gegend anzuschauen. Die Streckenführung, Landschaft und das Wetter waren wunderbar. Der Langenberg-Marathon war ein auf und ab. Es abwechslungsreich über Waldautobahnen, Singletrails und einige asphaltierte Straßen als Zubringer zu den nächsten wäldlichen Abschnitten.

Es gab zwei Verpflegungsstationen in kleineren Dörfern, die super organisiert waren. Die Helfer dort waren freundlich und super engagiert. Ich hatte sogar Zeit und Luft für einen kleinen Wortwechsel. Leider musste ich bei dem 2. und 3. Anstieg feststellen, dass ich hier und heute, die auf den Abfahrten gewonnen Plätze teilweise wieder verlor. So kam es, dass ich den ein oder anderen überholte und er mich am Berg wieder eingeholt hatte. Der Vorsprung durch die Abfahrt war nicht immer groß genug gewesen, um mich von den Verfolgern ausreichend abzusetzen. Bis zum letzten Anstieg, der ein echter Brocken werden sollte, war ich aber mit meiner Leistung zufrieden. Da ich keine Ambitionen auf vordere Plätze in dieser Saison habe, ist die erste Priorität heil ankommen und als zweite nicht als letzter. Beides sollte mir am heutigen Tage gelingen. Jedoch hat mich der letzte Berg beim Langenberg-Marathon gelehrt, dass mir noch einiges fehlt.

Am meisten war es dann zum Schluss die Kraft. Konditionell war ich nicht so am Ende wie mit meiner Kraft, die Fähigkeit noch mal ordentlich Druck auf die Pedale zu bekommen, war einfach nicht mehr drin. Das hatte zur Folge, dass der letzte Anstieg, ca. 2 km Länge und 200 hm, eine reine Qual waren. Ich habe in diesen 15 Minuten Anstieg mehrmals daran gedacht einfach abzusteigen und zu schieben. Ich habe aber auch gelernt, das Schieben manchmal viel anstrengender ist als einfach weiter zu fahren, auch wenn das Tempo fast der Schrittgeschwindigkeit entspricht (wer mal Lust hat, kann bei Strava sich den Berg mal ansehen. Das Segment heißt „Poep!“ und ist ein Berg der 3. Bergkategorie mit durchschnittlich 11% Steigung). Insgesamt gab es 5 Bergwertungen, vier der 4.ten und einen der 3.ten, eben den Poep!. Nach diesem Anstieg ging es „nur“ noch 5 km bergab. Auch hier habe ich wieder gemerkt, dass es mir an Kraft fehlt, den ich konnte auf der Abfahrt und in den flacheren Bereichen wieder ein halbes Dutzend Plätze gut machen. Selbst auf der Zielgeraden ist es mir gelungen, noch einen halbwegs ordentlichen Sprint hinzulegen ohne das ich eingebrochen bin. Konditionell war ich bei diesem Rennen auf der Höhe, jedoch fehlt mir die Kraft um lange und oder steile Anstiege zu bewältigen ohne dabei Plätze zu verlieren. Das Ziel für den Winter ist also damit gesetzt: Noch mal 2 bis 3 Kilos verlieren und ein bißchen Muskelaufbau im Beinbereich!

Leider war der Langenberg-Marathon das letzte Rennen für 2017. Es war aber ein super Abschluss und absolut weiterzuempfehlen. Für 2018 habe ich mir fest vorgenommen, diesen MTB-Marathon noch mal mitzufahren. Also bis nächstes Jahr!