9. Adler MTB-Cup 2017

Der Tag der Bundestagswahl 2017 sollte nicht nur wegen des Wahlausgangs in die Geschichte eingehen, es war auch ein denkwürdiger Tag für alle Mountainbike-Racer. Am 24.09.2017 hat in Remscheid das letzte Rennen des XCO-NRW-CUP 2017 stattgefunden. Über alle Klassen hinweg, ob Hobby oder Lizenz, haben sich 350 Teilnehmer gemeldet. Die Organisation rund um das Stadion Reinshagen war wie gewohnt top. Zudem waren viele Zuschauer am Streckenrad vertreten. Gerade am letzten Anstieg vor Start/Ziel gab es eine Reihe an Zuschauern, die mit Klatschen, Anfeuerungsrufen und Kuhglocken die Rennfahrer den Berg nach oben gepeitscht haben.

Der Tag begann vernebelt, aber trocken bei rund 12° C. Obwohl ich nur eine kurze Anfahrt von ca. 15 Minuten hatte und der 9. Adler MTB-Cup erst um 9:30 Uhr beginnen sollte, war ich irgendwie zu spät dran. Ich saß erst gegen 8:10 Uhr im Auto und war gegen halb neun auf dem Parkplatz. Theoretisch und praktische hatte ich noch eine Stunde Zeit, aber leider gab es eine lange Schlange bei der Start-Nr. Ausgabe. Mit Montage der Start-Nr. und Abbau des Rades vom Träger habe ich gut 30 Minuten verloren, so dass ich einen lockeren Track-Test nicht mehr komplett fahren konnte. Ich bin dann um ca. 9:10 auf die Strecke und habe nur den ersten Teil des Rundkurses abgefahren. Da es noch recht frisch war, musste ich nach dem Warm-Up zurück zum Auto, um die langen Radfahrsachen auszuziehen. Um 9:28 Uhr stand ich dann aufgewärmt und nur für 2 Minuten in der Startaufstellung.

9. Adler MTB-Cup

Der Startschuss zum 9. Adler MTB-Cup fiel pünktlich. Da ich den Start bereits von 2016 kannte und ich wusste, dass es nach ein paar Metern bereits eng werden würde, habe ich erstmal Gas gegeben. Aber ich stand zu weit hinten und es war letztendlich quatsch, da wahrscheinlich nur die ersten 10-20 Fahrer ohne große Probleme durch die Verengungen kamen. Nach 150 Metern war erstmal Schluss. Nach langen Sekunden ging es für weitere 300 Meter weiter, bis dann ein zweites Mal das Hauptfeld zum Stehen und zum Spotten kam „Wer hat sich denn diese Streckenführung ausgedacht?!“, „Ich kann schneller!“ oder „Komme links, komme links!“. Da der Spaß bei den meisten im Vordergrund stand, haben wir die ganze Sache mit Humor genommen. Es blieb uns auch nichts anderes übrig. Nachdem man die Leichtathletikflächen rund um das Stadion in Richtung Fußballplatz und Friedhof verlassen hatte, gab es eine erste leichte Entzerrung des Feldes. Das Feld rollte endgültig.

9. Adler MTB-Cup

Leider gab es bei der ersten Abfahrt in meiner Gruppe bereits einen ersten Sturz. Dem Fahrer ist zum Glück nichts passiert. Er konnte direkt weiterfahren. Da ich bereits den 8. Adler MTB-Cup mitgefahren bin, kannte ich die Strecke noch vom letzten Jahr. Meine Strategie war, die ersten Runden erstmal ruhiger anzufahren, um hinten raus keinen Einbruch (ja auch bei 88 Minuten kann das passieren!) zu erleiden. Die Strategie war das eine, der Körper war das andere. Die ersten zwei Runden waren schwer. Selbst wenn ich gewollte hätte, ich wäre nicht in der Verfassung gewesen schneller zu fahren. Deshalb habe ich auch bereits in den ersten beiden Runden einige Plätze verloren, teilweise weil die Mitstreiter eine andere Strategie hatten, teilweise weil sie körperlich überlegen waren. Nichts desto trotz ist es mir relativ schnell gelungen, das auszublenden und mein eigenes Renntempo zu finden. Was zwar nicht das schnellste war, aber ich zumindest die Gewissheit hatte, damit bis zum Ende durchzufahren. Und das war das wichtigste! Durchhalten! Wenn dann noch eine ordentliche Platzierung dabei rauskommt, umso besser.

In Runde 4 kam es in der letzten rechts Kurve vor dem Schlussanstieg zu einem Sturz meinerseits. Durch den ständigen Wechsel der Untergründe und dem feuchten Waldboden, hatte sich in der besagten Kurve, welche asphaltiert war, eine Schicht aus feuchter Erde in der Kurve angefahren. In der besagten Runde bin ich die Kurve aus dem vorherigen Trail zu schnell angefahren und hatte zugleich zu wenig Druck auf dem Vorderrad. Das Vorderrad übersteuerte und verlor letztlich die Bodenhaftung, so dass ich samt Mountainbike 1-2 Meter weich über den Asphalt rutschte. Der Streckenposten war sofort zur Stelle, aber ich hatte mir nicht wehgetan. Ich konnte sofort wieder aufsatteln und weiterfahren. In den nächsten Runde bin ich diese Kurve deutlich langsamer angegangen.

So geschah es, dass Runde um Runde gedreht wurde und man auf der Strecke immer mal wieder kleinere Duelle mit anderen Fahrern hatten. Mal war es mir möglich auf den Abfahrten an einzelne Fahrer heranzukommen, mal fuhren mir die 29“er im flachen Terrain wieder davon. Es war ein auf und ab.

Was ich an so kleinen Rundkursen mag ist, dass man ständig von Fahrern überholt wird oder immer wieder andere überholen kann. Wenn 100 Fahrer gleichzeitig auf einem Kurs von 3,5km fahren, dann ist man selten alleine unterwegs. Besonders gut gefallen hat mir dabei die Fairness beim 9. Adler MTB Cup. Es wurde zu jeder Zeit Rücksicht genommen. Klar, es wird auch mal eng und jeder hat einen gewissen Ehrgeiz, aber ich empfand es zu keiner Zeit als unfair. Leider gab es auch bei diesem Rennen kleinere Stürze mit kleineren bis mittleren Blesuren. Soweit mir bekannt ist, waren aber keine schlimmeren Verletzungen dabei. Ich wünsche trotzdem allen eine gute Besserung und allzeit gute Fahrt bei den nächsten Touren oder Rennen.

9. Adler MTB-Cup

Am Ende bin ich als 15. ins Ziel gekommen. In 88 Minuten habe ich es geschafft, 8 Runden zu vollenden und das in einer Zeit von 1:35:00:24. Aufgrund der geänderten Streckenführung gerade zu Beginn des 9. Adler MTB-Cup kann man das Ergebnis nicht ohne weiteres mit dem Ergebnis von 2016 vergleichen. Rein von der Platzierung habe ich mich von Platz 23 um 8 Plätze verbessert, was für mich als ein Erfolg in die Geschichtsbücher eingeht. Genauso wie der Ausgang der Bundestagswahl 2017. Natürlich bin ich nach dem Rennen noch wählen gewesen.

9. Adler MTB-Cup

Auf diesem Wege auch noch mal vielen Dank an die Organisatoren, freiwilligen Helfer und den RV Adler Lüttringhausen für die Austragung des 9. Adler MTB Cups. Es war ein tolles Rennen. Bis nächstes Jahr.